Der Anfang

Seit mehreren Jahren denke ich immer wieder darüber nach, mit dem Haarefärben aufzuhören. Ich färbe seit ich 18 bin. Anfangs aus Spaß an der Veränderung. Nach dem ersten Kind kamen auch die ersten weißen Haare, nach dem zweiten Kind war der gesamte Bereich rund um mein Gesicht weiß, der Rest noch sehr dunkel. 

Diverse braune Haarfarben haben nur schlecht gehalten und sind schnell wieder verblichen. Irgendwann bin ich auf schwarz umgestiegen und war damit sehr zufrieden. 

Aber irgendwie fühlt es sich seit einiger Zeit nicht mehr richtig an. Die Haare sind schon kurz nach dem Färben wieder ganz stumpf und da hilft auch keine Pflege. Außerdem finde ich die weißen Ansätze eigentlich immer ganz schön. Mein Mann Gott-sei-Dank auch.

Letzten Sommer hab ich den Entschluss gefasst, zu meiner echten Haarfarbe zurück zu kehren. Egal wie sie aussieht. Ich bin letzes Jahr 50 geworden und dachte "das passt jetzt". 

Also erstmal auf zum Friseur zur Beratung. Bei der Terminvereinbarung die übliche Frage: "Was soll den gemacht werden?" Nachdem ich mein Anliegen erläutert hab, kam als erste Reaktion: "So alt sind sie doch noch gar nicht!!!"

Und dies SEHR laut und SEHR entsetzt. Danach ein Vortrag darüber, wie schrecklich das aussehen würde und dass man mir da überhaupt nicht helfen kann. 

Den Beratungstermin hab ich dann nicht mehr gemacht.

Als nächstes hab ich im Internet geforscht und Ideen gesammelt. Mein Plan war so lange zu tönen, bis die die nachgewachsenen Haare etwa Kinnlänge haben, dann abschneiden und Tönung rauswaschen lassen. 

Das habe ich drei Monate durchgehalten. Dann haben wir beim Reiten Fotos gemacht und ich fand mich ganz entsetzlich. 

Teilweise weiße Ansätze, die getönten Haare rötlich verblasst.......

In der nächsten Woche hab ich wieder zur Haarfarbe gegriffen. Blöde, denn auf dem Foto bin ich völlig ungeschminkt, durchgefroren, schlecht gekleidet, die Haare sind nicht gewaschen und die Farben der Umgebung tragen nicht dazu bei, frisch auszusehen. Aber wer denkt darüber nach, wenn er ein Foto von sich sieht. Ich hab Bilder von mir schon immer gehaßt, die meisten davon finde ich aber ein paar Jahre später eigentlich sehr schön, auch wenn ich wirklich alles andere als fotogen bin. 

In diesem Moment war aber der einzige Gedanke: "So will ich nicht aussehen!"
 

Ein Fehler war aber eindeutig die Tönung. Deshalb will ich es diesmal anders machen. Ich lasse die Farbe rauswachsen. Einfach so, "cold turkey". Das wird bestimmt nicht einfach und ich hoffe, ich bin stark genug, das durch zu ziehen. 

Im Moment hilft es mir schon zu sehen, dass es im Netz viele Frauen gibt, die sich mit diesem "Grombre" zeigen. Die meisten allerdings im englischsprachigen Raum. Es hilft zu sehen, dass es auch andere geschafft haben und die Ergebnisse sind immer toll. 

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